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Die Nikolaikirche in der Leipziger Innenstadt ist mit über 800 Jahren eine der ältesten Kirchen der Stadt. Sie ist mit der Geschichte und den politischen Entwicklungen Leipzigs eng verbunden. Nach der Verleihung des Stadt- und Marktrechts wurde die Nikolaikirche 1165 im romanischen Stil gebaut. Im 15. und 16. Jahrhundert wurde sie erweitert und vollständig zu einer dreischiffigen spätgotischen Hallenkirche umgebaut. Der Innenraum der Nikolaikirche wurde schließlich 1784 – 97 von Johann Carl Friedrich Dauthe grundlegend umgestaltet und gilt heute als bedeutsame Schöpfung des Klassizismus. Dauthe orientierte sich dabei an der Architekturtheorie von Marc-Antoine Laugier, wonach mittelalterliche Elemente im klassizistischen Stile zu korrigieren oder ganz zu beseitigen sind. Die Nikolaikirche wurde mehrfach zu einem Schauplatz der Geschichte. 1539 begann mit den Predigten von Justus Jonas der Ältere und Martin Luther die Reformation in Leipzig. In den 1980er Jahren fanden in der Nikolaikirche die Montagsgebete statt, die sich schließlich zu den Montagsdemonstrationen entwickelten. Dabei kamen Ende der 80er Jahre jede Woche teilweise über 100.000 Menschen, um für Demokratie, freie Wahlen, Reisefreiheit und die deutsche Einheit zu demonstrieren. Die Nikolaikirche war ein zentraler Ausgangspunkt der friedlichen Revolution, die schließlich am 9. November 1989 zum Mauerfall und ein Jahr später am 3. Oktober 1990 zur Wiedervereinigung führte. zurück
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